Internationaler Frauentag 8. März 2014 in Aachen - eine kurze Betrachtung der Frauenbildungs- und Beschäftigungssituation in Deutschland, Iran und Afghanistan

Am Samstag den 8. März 2014 feierte das Iranische Kulturzentrum Rahaward e.V.

zusammen mit Soroptimist International Club Bad Aachen, der Werkstatt der Kulturen und

mit dem Gleichstellungsbüro der Stadt Aachen den Internationalen Frauentag.

Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Frauen im Spannungsfeld zwischen Bildung und

Beruf“ und wurde mit freundlicher Unterstützung des Kommunalen Integrationszentrums

der Stadt Aachen, der RWTH Aachen Internationale. Hochschulbeziehungen und

Bürgermeisterin Hilde Scheidt durchgeführt

.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Frau Marion Moos übernahm die Moderation. Es nahmen ca. 170 Personen an der

Veranstaltung teil.

Frau Hilde Scheidt übernam das Grußwort. Sie plädierte für eine Stärkung der

Frauennetzwerke und eine größere Solidarität der Frauen weltweit insbesondere mit Frauen

in Kriegsgebieten.

Nächster Programmpunkt war eine Podiumsdiskussion, an der sich drei Frauen aus den

Ländern Iran, Afghanistan und Deutschland beteiligten.

Iran:

Da Frau Firouzeh Saber nicht aus dem Iran ausreisen konnte, wurde ihr Grußwort per

Videoübertragung wiedergegeben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Frau Dr. Lackner-Gohari (eine Mitinitiatorin von „Frauen ohne Grenzen“) informierte

das Publikum über die Bildungs- und Beschäftigungsrate der Frauen im Iran. Der

Anteil der analphabetischen unter Frauen sei hier sehr niedrig, und der Frauenanteil

der Hochschulabsolventen sei höher als der der Männer. Im Gegensatz dazu liege der

Beschäftigungsanteil der Frauen jedoch viel niedriger. „Iran braucht mehr Nachwuchs, und

Frauen sollen zu Hause bleiben, um ihre Kinder zu erziehen!“, so laute die Familien- und

Frauenbeschäftigungspolitik der iranischen Regierung.

Frau Dr. Lackner-Gohari fügte hinzu, dass es unterschiedliche Deutungen vom Feminismus

und von Frauenrechten im Islam gebe. Im Iran kämpfen progressive Musliminnen

gemeinsam mit laizistischen Frauen für die Gleichberechtigung.

Afghanistan:

Frau Karla Schefter (Gründerin und Leiterin des Chak-Hospitals in der afghanischen Provinz

Wardak) betonte, dass die schwierigen Lebensbedingungen in der Provinz das größte

Problem der Frauen in Afghanistan darstellten. Die Alphabetisierungsrate der Frauen liege

deutlich niedriger als die der Männer. Es gebe keine Schulen für Mädchen bzw. Frauen in

der Provinz.

Sie sagte, obgleich sie ursprünglich das Projekt Chak-Hospital nur ein Jahr betreuen

wollte, lebe und arbeite sie nunmehr seit 25 Jahren in Afghanistan. Sie fügte hinzu, dass

fundamentalistische Extremisten ein großes Hindernis für die Einrichtung von Schulen für

Frauen und Mädchen seien. Frauenrechtlerinnen und Parlamentsabgeordnete brächten sich

wegen ihrer Aktivitäten für Gleichberechtigung in Gefahr.

Zum Schluss verlas sie einen Abschnitt aus einem ihrer drei Bücher, die sich mit Afghanistan

befassen.

Deutschland:

Frau Daniela Jansen (MdL NRW, Vorsitzende des Gleichstellungsausschusses des

Landtages NRW) betonte, dass Frauen in Deutschland bereits viel erreicht hätten, das Ziel

jedoch noch nicht erreicht. So durften Frauen noch bis 1977 ohne Zustimmung ihrer Männer

nicht arbeiten. Der Anteil der weiblichen Studierenden an der RWTH liege insgesamt immer

noch niedriger als der Männeranteil. Ausnahmen gebe es nur in einzelnen Fachbereichen,

wie zum Beispiel Architektur oder Medizin. In der Werbung würden den Mädchen und

Jungen auch heute noch bestimmte Rollen zugeschrieben, so dass bis zum Erreichen einer

vollständigen Gleichberechtigung noch ein langer Weg sei

.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem ersten Teil der Podiumsdiskussion gab es eine Tanzdarbietung von Shahrokh

Moshkin Ghalam, iranischer Choreograph, die sich thematisch mit dem Werdegang der Welt

von der Entstehung bis zu ihrer Vernichtung befasste.

Im Anschluss hatte das Publikum Gelegenheit, den Teilnehmern der Podiumsdiskussion

Fragen zu stellen. Auch Shahrokh Moshkin Ghalam stand zur Deutung ihrer Darbietung zur

Verfügung. Die Veranstaltng wurde mit einem weiteren Tanz von Moshkin Ghalam beendet.

Abschließend bedankte sich Heike Keßler-Wiertz, Leiterin der Werkstatt der Kulturen, bei

den Teilnehmern und dem Organisationsteam.

Auch Fariba Ghorashi, Vorstandsvorsitzende des Iranischen Kulturzentrums Rahaward

e.V., bedankte sich herzlich bei Frau Kessler-Wiertz für die gute Zusammenarbeit bei der

Organisation des Internationalen Frauentags.